Wie viel Zeit verbringst Du in deinem Kopf?

Ich gebe zu: Das ist eine rein rhetorische Frage. Und auch ein bisschen provokative. Ich möchte dich dazu einladen, mir ein bisschen zu „lauschen“:

 

 

Unser Gehirn ist wunderbares Werkzeug.

 

Vor ein paar Wochen, und es war ein wunderschöner, sonniger Herbsttag, traf ich eine Bekannte. Sie hält ihr ein paar Monate junges Baby im Arm und versucht es zu beruhigen.

 

Ich sehe ihr an, wie angespannt sie ist. Mein erster Impuls:

Tief und gleichmässig atmen, mit einer ruhigen, sanften Stimme sprechen und aufmerksam zuhören.

 

Wir haben so viele wunderbare Veranlagungen und Werkzeuge in uns, um in zwischenmenschlichen Beziehungen Nähe zu schaffen. Zum Beispiel sind wir bestens mit sogenannten Spiegelneuronen ausgestattet. Diese Nervenzellen ermöglichen uns, emphatisch zu sein und uns an das Verhalten des Gegenübers anzupassen.

 

Hast du schon mal gegähnt, weil jemand anders gegähnt hat? Klar hast Du das! Und da waren die Spiegelneuronen am Werk.

 

Ich bleibe ruhig und neugierig, wie er aufgeht. Meine Bekannte sagt schon am Anfang: Müdes Baby.

 

Ich weiß Bescheid.

 

 

Und dann frage ich: Wie geht es dir?

 

Sie beginnt zu erzählen, hat Spannendes zu berichten und während sie in ihre Story eintaucht, beruhigt sich der kleine Mensch in ihren Armen.

 

Ich bin zufrieden und erleichtert. Ob das an mir lag, oder nicht – Ziel erreicht.

 

Dann komme ich dran. Es fällt die meist gestellte Frage: Und, wie geht es dir?

 

Ich atme tief durch und blicke nach links auf die Wand. Gleite mit den Augen über die Bilder und suche in mir… Ich muss mich erst Mal sortieren nach der spontanen „Mama-Rescue-Aktion“.

 

 

Wie geht es mir?

 

Wie fühle ich mich?

 

Was ist gerade präsent?

 

 

„Danke, gut.“ war früher meine Standartantwort. Kaum je! hat sie der Wahrheit entsprochen.

 

Aber sie war einfach, eingeübt und konform.

Doch sie hat mir niemals geholfen, echte Nähe und Verbindung zu schaffen.

 

„Danke gut“. war immer ein sicheres Verdeck für alles, was mich bewegt hat.

Ich habe damals selten gewusst, wie ich mich wirklich fühle. Heute übe ich so oft ich kann:

 

Erst hinspüren, dann antworten.

 

Irgendwann finden sich also die Worte und ich beginne zu erzählen:

 

Ach, ich bin so froh und dankbar, weil ich gerade Mónica getroffen habe. Sie ist Physiotherapeutin und angehende Pikler-Pädagogin und wird mich in meinen Spielräumen als Assistentin unterstützen.

 

Und so während ich rede, merke ich, wie optimistisch und neugierig ich mich fühle. Das wird Spaß machen! Ich werde mich austauschen können und wir können zu zweit den Eltern und Kindern viel besser dienen. Soooo cool, denke ich mir.

 

Also strahle ich und freue mich, darüber erzählen zu können.

 

„Danke, gut.“ hätte sowas niemals geschafft.

 

 

 

Alles Liebe, Kasia

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